PROGRAMME

Time stands still

Englische Lautenlieder

Das Programm „Time stands still“ mit englischen Lautenliedern des 17. Jahrhunderts orientiert sich an den vier Begriffen Schönheit, Liebe, Melancholie und Trost, die grundlegende Züge des menschlichen Daseins thematisieren. Es bietet einen charakteristischen Einblick in das kulturelle Leben in England zu Zeit von Elisabeth I. und enthält Werke u.a. von John Dowland, Henry Purcell und Thomas Campion, ergänzt durch ausdrucksvolle Solomusik für Laute und Viola da gamba.

Besetzung: Sopran, Laute, Viola da gamba

Amor Mysticus

Liebeslyrik in der geistlichen Musik des 17. Jahrhunderts

Bevor die Kirche das „Hohelied der Liebe” als eine Allegorie der Liebe Christi zur Kirche definiert hat, haben die Künstler (Musiker) darin ein Buch der Leidenschaft gesehen, die nicht nur rein geistig ist, sondern auch körperlich – sinnliche Fantasien streift. Ein ähnliches Spannungsverhältnis weisen die Lieder zur Ehre Marias und Jesus im 17. Jahrhundert auf, in denen Verehrung sich mit körperlichem Verlangen vermengt. Kompositionen zu diesen Texten schaffen es auf ungewöhnliche Weise, dass sich eine gewisse erotische Spannung in der Musik manifestiert. Sie gehören zu den schönsten und intensivsten Werken der Musikgeschichte.
Das Programm enthält Werke von Alessandro Grandi, Bartolomeo Barbarino, Isabella Leonarda, Barbara Strozzi und Givanno Paolo Cima

Besetzung: 3-4 Musiker
Sopran, Laute, Viola da gamba, Harfe

In feminea forma

Musikalisches Portrait von Komponistinnen von Hildegard von Bingen bis Elisabeth Jacquet de la Guerre

Komponierende Frauen waren in der Musikgeschichte lange Zeit eine Ausnahmeerscheinung. Da die gesellschaftliche Position von Frauen bis ins 19. Jahrhundert eine künstlerische Tätigkeit (in der Öffentlichkeit) nur selten erlaubte, konnten sich vor allem Nonnen und unverheiratete Frauen, die finanziell und sozial unabhängig waren, einer solchen widmen. Sie waren talentiert, vielseitig und sehr gut ausgebildet. Viele von Ihnen waren sehr starke Persönlichkeiten und ihre Schicksale sind sehr oft bemerkenswert. Die Musik, die sie schrieben ist leidenschaftlich, „modern“, virtuos, aber gleichzeitig sehr mit  Wort und Stimmung verbunden und einfach bewegend schön. Das Programm gibt einen Einblick in das Schaffen von einigen außergewöhnlichen Komponistinnen und präsentiert Werke vom Mittelalter bis zum Barock, u.a. von Hildegard von Bingen, Caterina Assandra, Barbara Strozzi, Isabella Leonarda, Francesca Campana, Lucrezia Orsina Vizzana und Antonia Bembo.

Besetzung: 3-5 Musiker
Sopran, Harfe, Hackbrett, Viola da Gamba, Cembalo
Oder mit 2 Stimmen S+A

„Musikalische Haus-Andacht”

Musikalische Reise in das barocke Breslau

Mit diesem Programm lädt Karolina Brachmann das Publikum in die bürgerliche Häuser des barocken Breslau. Mit Musik von Tobias Zeutschner (1621-1675), Organist der Breslauer Kirche Maria Magdalena und schlesischen Komponisten und Lautenisten Esaias Reusner.
Projekt zusammen mit polnischen Musikern.

Besetzung: 3-5 Musiker
Sopran, Laute, Viola da gamba, Cembalo, Hackbrett

Dies Irae

Das Jüngste Gericht in der Musik vom mittelalterlichen Hymnus bis zum Barock

In den Zeiten, als der Glaube die wesentlichen Wege des alltäglichen und geistigen Lebens markierte und Gott und Ewigkeit im Mittelpunkt standen, wurde um das 13 Jh. das Gedicht Dies Irae im Kreise der ersten Franziskaner verfasst. Der mittelalterliche Hymnus vom Jüngsten Gericht wurde im 14. Jh. in die Totenmesse aufgenommen und heute noch wird in der letzten Woche des liturgischen Jahres gesungen. Nach der eher dem Diesseits zugewandten und lebensbejahenden Renaissance wurden im Barock wieder mittelalterliche Glaubensideale wie Gottesfurcht und Todesbewusstsein aufgegriffen. Tod und Gericht gehörten zum täglichen Gebet der Menschen im 17. Jh. In der Kunst dieser Zeit spiegelt sich dieser Wandel besonders in Motiven Vanitas oder musikalischen und malerischen Darstellungen des Jüngsten Gerichts (z.B. Oratorien von Dietrich Buxtehude). Die mittelalterliche Sequenz steht dabei als „Gerüst“ für das Schaffen der barocken Dichter und Komponisten, die diesen Gedanken nachgegangen sind.

Besetzung: 3-6- Musiker
Sopran, 2 Violinen, Laute, Viola da gamba, Orgel
Dieses Programm kann auch, je nach Wunsch und Möglichkeiten, mit 2 Stimmen (SS, SA) oder mit Chormusik aufgeführt werden.

Passionsbildnisse

Musik für die Passionszeit in drei Bildern: Via crucis, Ténèbres, Erlösung

Dieses Programm präsentiert Werke von italienischen, französischen und deutschen Komponisten des 17. Jahrhunderts, die entweder liturgisch für die Karwoche bestimmt sind oder auf eine andere Weise den Tod, Leiden, Sünde und Opfer thematisieren. Mit den ausgewählten Kompositionen möchten wir 3 Aspekte Christlicher Tradition in der Passionszeit ins Bild stellen und sie gleichsam künstlerisch erfahrbar machen: Kreuzweg, Buße und Erlösung
Der erste Teil des Programms – Via Crucis beinhaltet Werke, die sich mit dem Geschehen, dem Schmerz und Leiden ganz direkt auseinandersetzen, etwa das von Giovanni Felice Sances vertonte mittelalterliche Gedicht „Stabat Mater. Der Teil – Tenebrae greift an die Tradition der Karmette. Hier wird mit den Worten aus den „Klageliedern Jeremias“ über menschliche Kondition, Schwäche, Elend und Sünde meditiert. Jede Lamentation mündet in den Ruf „Jerusalem, Jerusalem, kehr um zum Herrn, deinem Gott“, denn die Bekehrung erfüllt auch den Sinn der Bußezeit. Eben in dieser Tradition steht die Lektion aus den „Leçons de ténèbres pour le Mercredi saint“ von Francoise Couperin. Der dritte und letzte Teil akzentuiert den Schlüsselaspekt des Christentums: Erlösung. Werke von Christoph Bernhard, und G.B. Martini weisen uns auf den Sinn des Leidens und des Todes und Auferstehung.

Besetzung: Sopran, Laute, Viola da gamba, Orgel
Dieses Programm kann auch, je nach Wunsch und Möglichkeiten in der Besetzung mit Sopran und Alt aufgeführt

Die Ehre Gottes aus der Natur

Herrn Professor Gellerts geistliche Oden und Lieder mit Melodien von Carl Philipp Emanuel Bach

„Geistliche Oden und Lieder“ ist ein Werk zweier herausrauragender Vertreter des empfindsamen Stils in der deutschen Musik und Literatur des 18. Jahrhunderts: des Komponisten Carl Philipp Emanuel Bach und des Dichters und Theologen Christian Fürchtegott Gellert. Gleichzeitig ist es eine der frühsten Liedsammlungen mit dem Hammerklavier als Begleitinstrument.

Anders als sein berühmter Vater Johann Sebastian Bach, der zwar ein Virtuose an der Orgel und am Cembalo war, jedoch den ersten Modellen des Hammerklaviers recht reserviert gegenüberstand, nahm Carl Philipp Emanuel Bach die neue Erfindung begeistert an. Dieses Instrument eignete sich aus seiner Sicht, wie kein anderes, die Anforderungen des neuen Stils zu erfüllen. Vor allem die nun möglichen Dynamik und Klangschattierungen begeisterten ihn. So können Emotionen entsprechend der Natur, wie eines der Hauptansprüche der Empfindsamkeit lautet, wellenförmig an- und abschwellen, ohne schematischen Brüchen zu erliegen. Er weitet, ja sprengt die bis dahin angewandte Technik des Basso Continuo, in einigen Liedern wiederum komponiert er eine präzise und eigenständige Klavierstimme, was als Fundament für eine Musikgattung anzusehen ist, die 50 Jahre später unter der Feder von Schubert und Schumann in ganz Europa ein begeistertes Publikum findet: das romantische Lied.

Das Programm umfasst neben den Liedern CPE Bachs auch seine packende Phantasie in fis-Moll „CPE Bachs Empfindungen“ sowie Klavierwerke Wilhelm Friedemann Bachs, des zweiten Sohnes von Johann Sebastian.

Duo MUSAICUM
Karolina Brachman – Sopran
Alexander Puliaev – Hammerklavier

Sei du mein Trost

Lieder von W.A. Mozart und F. Chopin

Für keinen der beiden Komponisten standen die Lieder im Mittelpunkt ihres Schaffens. Sie entstanden eher nebenbei, gelegentlich, als Präsente und Zeitvertreib für den Freundeskreis. Chopin, als großer Pianist und Improvisator, wollte eher mit seinen Klavierwerken verbunden werden und hat sich um die Publikation seiner Lieder nie gekümmert. Doch der polnische Komponist, der den größten Teil seines Berufslebens in Frankreich verbracht hatte, vertonte Ausschließlich Texte in seiner Muttersprache, und wir wissen, dass sie für ihn hoch geschätzte Erinnerungen seiner nicht mehr existierenden Heimat blieben.
Karolina Brachman hat sich entschieden, für dieses Programm die Lieder nach einem Inhaltsschlüssel zusammenzustellen. Die Sängerin sucht keine stilistische Verwandtschaft zwischen Chopins und Mozarts Miniaturen – möchte aber ein Licht auf die Art und Weise werfen, wie die beiden Komponisten mit den gleichen Themen umgegangen sind.

Karolina Brachman – Sopran
Alexander Puliaev – Hammerklavier

Go lov’ly rose

Musik der Übergangszeit zwischen Klassik und Romantik in England in der Zeit von Jane Austin

Fast alle wichtigen Komponisten Europas reisten nach England, wo sie Erfolge feierten und sich neue Inspirationen holten, darunter auch Haydn oder Mendelssohn. In der englischen Hauptstadt machte man große musikalische Geschäfte. Neben mehreren Opern- und Konzerthäusern war auch das Angebot für private Veranstaltungen bei der englischen Society sehr ausgebaut und profitabel. Engländer sowohl in der Metropole als auch auf der Provinz waren ein sehr dankbares und ergebenes Publikum, erfreut von vielen Stilen und Arten, großen und kleineren Talenten.
Ein besonders aufmerksamer Beobachter und Kommentator diese Epoche war die englische Schriftstellerin Jane Austin (1775-1817), die in Ihren großartigen Romanen ein unvergleichbar buntes, lebhaftes und humorvolles Bild der Gesellschaft dieser Zeit schildert. Aus „Emma“, „Stolz und Vorurteil“ und „Sinn und Sinnlichkeit“ erfahren wir, was für den Menschen damals wichtig war und was sie als schön empfunden haben. Durch detaillierte Szenen von Konzerten, Tänzen und privaten Auftritten schwingt die Atmosphäre in ihren Romanen voller Musik. All das macht Jane Austen zu wahrem Geist dieses Programms. Zu hören sind Werke von George Frederick Pinto, Johann Peter Salomon, John Field, Joseph Haydn und Muzio Clementi.

Duo MUSAICUM
Karolina Brachman – Sopran
Alexander Puliaev – Hammerklavier